Vier Maße trennen ein männliches Gesicht von einem feminisierten — und jedes lässt sich chirurgisch leicht überschreiten. Wir bleiben bewusst darunter.
Der Winkel zwischen Oberlippe und Nasenbasis ist das eine Maß, das darüber entscheidet, ob eine Männernase als männlich gelesen wird. Bei Männern liegt er um neunzig bis fünfundneunzig Grad; bei Frauen gelten hundert bis hundertfünf Grad als attraktiv. Die Spitze eines Mannes auf einen Wert zu rotieren, der bei einer Patientin gut aussieht, feminisiert das ganze Gesicht — und keine noch so gute Arbeit am Nasenrücken gleicht das hinterher aus.
Eine männliche Braue verläuft gerade, sitzt relativ tief und liegt auf Höhe des knöchernen Orbitarands oder knapp darunter. Eine weibliche Braue schwingt und steht darüber. Hebt man die Braue eines Mannes — chirurgisch oder mit zu vielen Einheiten Botulinumtoxin an der falschen Stelle —, entsteht jener dauerhaft überraschte Ausdruck, den man sofort als gemacht erkennt. Bei Männern behandeln wir die Zornesfalte und die Krähenfüße und bleiben an der Stirn bewusst zurückhaltend.
Die meisten Männer, die ein Kinnimplantat wünschen, haben ein volles submentales Fettpolster, das den Winkel zwischen Kinn und Hals abflacht. Dieser Winkel sollte etwa neunzig bis hundertfünf Grad betragen; füllt Fett ihn aus, verschwindet eine kräftige Kieferlinie unabhängig vom Knochen darunter. Eine Halsliposuktion, gegebenenfalls mit kleiner Platysmastraffung, stellt die Linie für weniger Geld, weniger Risiko und ohne Fremdmaterial wieder her. Implantate sind für wirklich defizitären Knochen gedacht — eine Minderheit.
Bei Männern zielen wir bewusst etwas unterhalb des Ziels und kontrollieren nach zwölf Monaten. Eine Unterkorrektur bleibt unsichtbar; auffällig ist die Überkorrektur, und sie rückgängig zu machen bedeutet eine zweite Operation mit schlechteren Aussichten. Deshalb lehnen wir auch Wünsche ab, die mit dem restlichen Gesicht in Konflikt geraten: eine stark angehobene Spitze, eine hoch geschwungene Braue, Wangenfiller wie bei einer Frau platziert. Nein sagen zu können, gehört zu dem, wofür Sie bezahlen.
Männliche Haut ist dicker und stärker durchblutet, daher sind Blutergüsse oft ausgeprägter und die Schwellung hält etwas länger an — besonders an der Nase, wo dicke Haut die Definition der Spitze um mehrere Monate verzögert.
Manchmal lautet die ehrliche Antwort nein. Eine große Veränderung an einem prägenden Merkmal wird bemerkt werden. Was wir steuern können, ist, ob es wie eine andere Nase aussieht oder wie eine Operation — und das ist eine Frage der Proportion, nicht der Größe.