Facelift-Schnitte verlaufen um das Ohr und in die Haare. Ihre Platzierung entscheidet, ob die Koteletten erhalten bleiben und wie der Haaransatz später wirkt.
Eine Facelift-Narbe beginnt im oder direkt vor dem Ohr, biegt unter dem Läppchen ab, steigt hinter dem Ohr auf und wendet sich dann nach hinten ins Haar. Sichtbar ist der Abschnitt vor dem Ohr, und bei den meisten Patientinnen verbirgt er sich in der natürlichen Falte oder knapp innerhalb der Knorpelkante. Hinter dem Ohr ist die Narbe breiter, denn genau dort wird die Spannung bewusst platziert, damit die vordere Linie entspannt und fein bleibt.
Das häufigste Erkennungszeichen eines Facelifts ist gar keine Narbe — es ist eine Kotelette, die so weit nach oben und hinten gezogen wurde, dass sie über dem Gehörgang sitzt. Das passiert, wenn der Schnitt direkt in das Schläfenhaar geführt und der Lappen anschließend senkrecht angehoben wird. Wir erhalten die Kotelette, indem wir den Schnitt entlang des Haaransatzes führen statt hindurch, und nehmen dafür eine feine sichtbare Linie an der Grenze in Kauf.
In den ersten Monaten kann entlang des Schnitts ein schmales Band ausdünnen — meist durch den Schock der Operation und nicht durch dauerhaften Verlust der Follikel; das Meiste wächst bis zum sechsten Monat nach. Bleibender Verlust ist wahrscheinlicher, wo der Verschluss unter Spannung stand oder nah an den Follikeln kauterisiert wurde. Bleibt nach einem Jahr eine Lücke, ist die Transplantation follikulärer Einheiten in die Narbe unkompliziert und verlässlich — wir planen das lieber offen, als so zu tun, als käme es nie vor.
Nach sechs Wochen sind Narben rosa und derb, und genau dann sorgen sich Patientinnen am meisten. Silikongel zweimal täglich ab der dritten Woche, konsequenter Sonnenschutz über zwölf Monate und Rauchverzicht sind die drei Maßnahmen mit echter Evidenz. Die Haare dürfen meist ab dem dritten Tag gewaschen und nach sechs Wochen gefärbt werden. Nach einem Jahr ist die vordere Linie bei normalem Licht in der Regel unsichtbar, und ein Kurzhaarschnitt ist schon deutlich früher wieder realistisch.
Die meisten Patientinnen und Patienten können das, sofern Koteletten und die temporale Haarlinie erhalten wurden. Sagen Sie es dem Operateur vor der Operation, wenn Sie immer einen Pferdeschwanz tragen, denn davon hängt die Planung der Schnittführung ab.
Vor dem Ohr wird sie meist zu einer feinen Linie, die den meisten Menschen nie auffällt, aber keine Narbe verschwindet vollständig. Hinter dem Ohr ist sie breiter und wird durch ihre Lage verborgen, nicht durch ihre Qualität.