Barthaar tritt in 15–25 Grad aus der Haut aus, Kopfhaar in 40–45. Wer die Kopfhaut-Gewohnheit überträgt, erzeugt abstehendes Barthaar – keine Graftzahl rettet das.
Barthaar wächst in einem viel spitzeren Winkel als Kopfhaar: an den Wangen etwa fünfzehn bis fünfundzwanzig Grad zur Haut, unter dem Kiefer nahezu flach und am Kinn nach unten und innen drehend. Kopfhaar tritt mit vierzig bis fünfundvierzig Grad aus. Ein Facharzt, der die Kopfhaut-Gewohnheit auf ein Gesicht überträgt, erzeugt Haare, die von der Haut abstehen, das Licht falsch reflektieren und sich unter dem Rasierer nie richtig anlegen. Keine Graftzahl rettet das.
Vor dem ersten Graft zeichnen wir die Wuchslinien auf Ihr eigenes Gesicht: die Wangen nach unten und leicht nach hinten, der Schnurrbart vom Philtrum aus nach unten und außen, das Kinn nach unten und außen auffächernd, dazu eine saubere Linie dort, wo der Hals beginnt. Diese Richtungen sind nicht allgemeingültig. Wir kopieren das Muster, das Ihr vorhandener Bartwuchs bereits zeigt – deshalb wird das Areal bei der Beratung im Streiflicht fotografiert und nicht nach einer Standardvorlage geplant.
Barthaar ist an jeder Kontur von Natur aus einhaarig, und die Kontur liest das Auge zuerst. Wir teilen die Spendereinheiten auf, sodass Schnurrbartkante, Wangenlinie und Kinnkontur einhaarige Grafts erhalten und zweihaarige Einheiten nur dem dichten Innenbereich vorbehalten bleiben. Eine aus Doppeleinheiten aufgebaute Wangenlinie wirkt schon auf Gesprächsdistanz büschelig, selbst wenn die Gesamtzahl der Grafts exakt stimmt – das ist der häufigste Verräter eines schlechten Ergebnisses.
Lückige Wangen- und Kieferpartien benötigen meist 800 bis 1.500 Grafts; ein vollständiger Bartaufbau bei sehr spärlichem Wuchs kann 3.000 erreichen — als Paket ab 1.500 €, nicht pro Graft. Wir planen die erste Sitzung bewusst maßvoll und überprüfen das Ergebnis im zwölften Monat, denn eine Dichte, die am ersten Tag auf einem geschwollenen Gesicht stimmig wirkt, sieht nach dem Abklingen oft zu schwer aus. Später Grafts zu ergänzen dauert eine Stunde in örtlicher Betäubung; einen überbauten Bart auszudünnen ist ein weit schwierigeres Gespräch.
Vom Hals unterhalb des Kiefers ja, in kleiner Zahl für Nachbesserungen. Der Hauptspenderbereich bleibt der Hinterkopf, weil er weit mehr Grafts hergibt und die Entnahmestellen unter dem Haar verborgen bleiben.
Es behält den Wachstumszyklus der Kopfhaut bei, wächst also oft schneller und länger. Die meisten Patienten trimmen den transplantierten Bereich einfach etwas häufiger, sobald er ausgereift ist.